10.10.2018

Der letzte macht das Licht aus...

Vor fast genau drei Wochen bauten die Sarstedter THW-Helferinnen und Helfer das Feldlager für die Einsatzkräfte in Meppen auf. Das Lager war für die Übernachtung von bis zu 500 Einsatzkräften und die Verpflegung von bis zu 1.700 Personen ausgerichtet und zeitweise gut ausgelastet. Seit Sonntag ist der Rückbau beendet.

Christian Hoffmann hatte nicht nur bei der Planung des BR500 eine tragende Rolle - hier verlastet er Material. (Michael Schott/THW)

Es ist eine logistische Meisterleistung: bei Großschadenslagen rücken mehrere Ortsverbände des THW gemeinsam an, um eine Zeltstadt mit allen notwendigen Versorgungseinrichtungen aufzubauen - wenn nötig völlig unabhängig von der Umgebung. 

"Hierbei greifen einzelne Aufgabenbereiche natürlich ineinander und müssen in der richtigen Reihenfolge installiert werden." erklärt Florian Brunk (Gruppenführer Fachgruppe Elektroversorgung THW Sarstedt), der vom Einsatzbeginn des Bereitstellungraums 500 (BR 500) dabei war. "Wir hatten das Konzept bereits bei Großveranstaltungen wie dem THW-Landesjugendlager getestet. Dabei hatten wir aber im Vorfeld reichlich Zeit, einen geeigneten Ort zu erkunden." Nicht so in Meppen: am 15.09.2018 wurden die entsprechenden Einheiten alarmiert und rückten nach Meppen ab.

 

Der BR 500 wurde im Laufe des Einsatzes noch auf das Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle 91 (WTD 91) verlegt und zum BR 1000 erweitert - der dann bis zu 1000 Einsatzkräften eine Unterkunft mit Strom, Sanitäranlagen und Küche bietet. Die Dimensionen lassen sich fast greifen, wenn Brunk weiter ausführt: "Für den BR 500 mussten wir 300 Steckdosen installieren und natürlich auch entsprechend einmessen." - Feldlager mag improvisiert klingen, der Bereitstellungsraum entspricht aber allen gängigen rechtlichen Vorgaben.

 

Auch die Fachgruppe Logistik Verpflegung leistet Großes: diese versorgte nicht nur die THW-Kräfte sondern alle Helferinnen und Helfer vor Ort mit Essen und Getränken - das waren in Spitzenzeiten 1.700 Portionen zu vier Mahlzeiten täglich! Wer eine Feier in entsprechender Größe plant, sollte 340 kg Rostbratwurst und 34 kg Zwiebeln einplanen (die natürlich geschnitten werden müssen) - alle weiteren Zutaten und Mengenangaben findet man www.thw.de.

 

Mittlerweile hat die Bundeswehr viele Aufgaben des THW übernommen und das Feldlager kann abgebaut werden. Wehmut kommt dabei nicht auf, auch wenn es für einige Sarstedter Helfer 17 Tage lang das Zuhause war. "Ich bin seit zwei Jahren beim THW", erzählt Thorsten Heise THW-Helfer aus Sarstedt, "Im Einsatz in Meppen war ich von Anfang an dabei." Eigentlich ist Heise in der Bergungsgruppe eingesetzt, die vor Allem für die Rettung von Menschen, Tieren und Sachwerten zuständig ist. "Beim Aufbau des Feldlagers konnte ich ganz andere Aufgabenbereiche kennen lernen. Beeindruckt hat mich dabei die Größe des Bereitstellungsraums." Der BR 500/1000 hat eine Dimension, die ein THW-Ortsverband nicht alleine aufbauen und betreiben kann. Heise zeigt sich begeistert angesichts des Zusammenspiels der einzelnen Einheiten: "Hier kamen Helferinnen und Helfer aus der gesamten Bundesrepublik zusammen und begannen sofort mit der Arbeit - mit geringstem Abstimmungsbedarf!" Bei Großschadenslagen spielt das THW seine Trumpfkarte aus: alle Einheiten sind bundesweit nach einem einheitlichen System zusammengestellt und ausgerüstet. Auch die Ausbildung erfolgt nach einem übergreifenden Konzept, teilweise an zwei eigenen Schulen. Aber auch das Zusammenspiel mit den anderen beteiligten Organisationen lief reibungslos: "Egal ob Feuerwehr, THW oder Bundeswehr: die Kameradschaft war riesig." erinnert sich Heise, "Nach Dienstschluss haben wir alle noch gemütlich zusammen gesessen."

 

An vergangenen Wochenende verlasteten die Sarstedter Helferinnen und Helfer das gesamte Material wieder auf die entsprechenden Fahrzeuge, von der Steckdose, über Lampen und Kabel hin zu Tischen, Bänken und Zelten.

Die erste Feuertaufe hat das BR 500/1000-Konzept also mit Bravour bestanden und so konnten die eingesetzten THWler wieder nach hause zurück kehren - zu ihren Familien und an ihre normalen Arbeitsplätze, denn das muss hier betont werden: im Einsatz vor Ort sind fast ausschließlich ehrenamtliche Kräfte gewesen, die in ihrer Freizeit anderen Menschen helfen. Vielleicht nennen sie die Menschen aus den umliegenden Dörfern um die WTD 91 deshalb "Helden".


  • Christian Hoffmann hatte nicht nur bei der Planung des BR500 eine tragende Rolle - hier verlastet er Material. (Michael Schott/THW)

  • Thorsten Heise schießt Kabel auf. (Michael Schott/THW)

  • Christian Hoffmann kontrolliert die verladenen Elektrobauteile. (Michael Schott/THW)

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